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Mindelheimer Zeitung, 01.10.2000
Von Leidenschaft und Gulaschsaft
"Melodissimo" gastiert bei Ettringer Kulturherbst - Musik rund ums Thema Liebe
"Auch wenn unsere Melodien nicht mehr die Jüngsten sind, so sind sie doch immer noch aktuell. Genauso aktuell wie das Thema des Abends: Die Liebe". So leitete Moderator Christoph Paninka in einen zauberhaften Konzertabend ein, den nicht nur Verliebte lange in Erinnerung behalten werden.
Das junge Augsburger Ensemble "Melodissimo" wurde 1997 von den ausgebildeten Sängerinnen Michaela Gumpp-Peters und Elisabeth Wörmann sowie dem Akkordeonisten Ralf Peters gegründet. Bald darauf wurde es durch Flöte, Violine und Kontrabass erweitert. Im festlich hergerichteten Saal der Aktion Hoffnung in Ettringen gaben sie Auszüge aus ihrem Repertoire zum Thema: "Heut lad' ich mir die Liebe ein" zum Besten.
Leidenschaft aus Ungarn
Bekannte Operettenmelodien prägten den ersten Teil der Veranstaltung. Eröffnet wurde mit dem Instrumentalstück "Wien bleibt Wien" bevor dann die beiden Sopranistinnen die Bühne betraten und bei Suppés "Mia bella fiorentina" zum ersten Mal ihr gewaltiges Stimmvolumen unter Beweis stellten.
Leidenschaft und Feuer beherrschten bei Arien aus Kálmáns "Gräfin Mariza" und "Juliska aus Budapest" von Fred Raymon die Szenerie. Mit schauspielerischem Talent untermalten die beiden Sängerinnen durch Gestik und Mimik die Intentionen ihrer Melodie.
"Die Männer sind alle Verbrecher"
Als sich nach der Pause viele Besucher nicht vom Buffet lösen konnten, holte sie das Ensemble mit der Aussage "Die Männer sind alle Verbrecher" schnell auf ihre Plätze zurück. Denn nun erlebten die Evergreens der ufa-Tonfilme ihre Rennaissance.
Besungen wurde die Stadt der Liebe Bei "Paris, du bist die schönste Stadt der Welt" und "Oh Champs Elysees" lies vor allem der Musettecharakter des Akkordeons die Prachtstraßen am geistigen Auge vorbeiziehen.
Nachdem Moderator Christoph Paninka beim "Charleston" eine witzige, clownenhafte Tanzeinlage präsentierte, besangen die nun in gold und silber gekleideten Sopranistinnen den Liebhaber "Waldemar" und sorgten mit der "feschen Lola" vor allem beim männlichen Publikum
für heiße Momente.
Die Zeit verging wie im Flug und nach den beiden Zugaben "Ich such mir einen Mann" und "Kann den Liebe Sünde sein" stellte Paninka fest: "Eine gute Uhr zeigt die Zeit an. Eine Frau lässt sie vergessen". In diesem Sinne Bravissimo-Melodissimo!
Jochen Schust
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