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Mindelheimer Zeitung, 15.09.1999
Leichte Muse mit Stil
Melodissimo: Operettenhighlights auf Schloss Kirchheim
Lauwarmer Spätsommerabend, eine wahrlich fürstliche Kulisse auf Schloss Kirchheim und dazu Operettenhighlights von Strauß bis Lehàr. Dieses Schmankerl, für Auge und Ohr, konnte die Gruppe "Melodissimo" bei deren sehr gut besuchten Gastspiel im Fuggermarkt präsentieren.
Melodissimo, das sind Michaela Gumpp-Peters (Sporan), die auf mehrjähriges Gesangsstudium in Würzburg und Augsburg zurückblickt und Elisabeth Wörmann ebenfalls examinierte Opernsängerin. An diesem Abend wurde das Duo von zwei Sängern unterstützt: von Wolfgang Frisch (Tenor) und Wolfgang Niggel (Bariton). Nicht allein Gesang, sondern auch Schauspielerei und Tanz war gefragt und so endete die Schlußszene in "Lippen Schweigen" aus Lehárs lustiger Witwe in einem beschwingten Reigentanz der Vokalisten. Die Bühne war spartanisch, aber dem Zwecke genügend aus einfachen Requisiten zusammengestellt kein Hindernis um nicht nach Kirchheim einen Operettenklassiker nach dem anderen zu zaubern. Da war beispielsweise das stimmgewaltig interpretierte "Reich mir zum Abschied" aus "Viktoria und Ihr Husar" in der Kombination Gumpp-Peters zusammen mit Wolfgang Niggel oder Grothes "Mein Schatz, der Postillon" aus "Die schwedische Nachtigall", die kurzerhand in Kirchheim zur schwäbischen Nachtigall wurde. Unterstützt wurden die Vokalisten von einer Instrumentalgruppe um den Mitbegründer von "Melodissimo", Ralf Peters, am Akkordeon. Peters, selbst erfahrener Akkordeonspieler und mehrfacher Preisträger begleitete zusammen mit Margot Obeser an der Flöte, Bernhard Büsch (Violine) und Hansjörg Gehring (Kontrabass).
Alle Instrumentalisten hoch dekoriert und mit viel Einfühlungsvermögen für die einzelnen Sangesstücke, nicht dominant aber dennoch überzeugend gut im Zusammenklang mit den Solisten. Als Bindeglied zwischen den einzelnen Vorträgen und genüßliche Abwechslung zugleich, führte Christoph Paninka durch den Abend. Der studierte Philologe und bekannte Kabarettist hatte zu jedem Operettenauszug eine gelungene Einführung parat.
Und einen Auszug aus der Fledermaus durfte natürlich auch nicht fehlen. "Mein Herr Marquis" wurde aufgeführt, und Michaela Gumpp-Peters mimmte die verkannte Frau von Welt, die fälschlicherweise als Zofe deklariert wird. Immer wieder wurde auch das Publikum mit eingebunden. Ob es da spitzfindige Fragen des Moderators zu beantworten gab, oder ob die Frauenwelt in der ersten Reihe mit Rosen beschenkt wurde.
Beim Schlußstück knallten sogar die Korken und der eine oder andere Gast bekam ein Gläschen Champus, von der charmant singenden Elisabeth Wörmann noch während des Vortrags serviert. Und da man schon beim Austeilen war, bekam Fürstin Angela als Gastgeberin einen Blumenstrauß überreicht, die sicherlich wie das gesamte Publikum einen sehr ansprechenden und kurzweiligen Abend erlebt hatte.
Bernd Schmid
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