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Augsburger Allgemeine, 03.08.1999
Nonchalance und Schmelz
"Melodissimo" im Augustanasaal
(gjh). Gut gefüllt war der Augustanasaal, als das Ensemble "Melodissimo" seinen Gästen Wiener Lieder, Chansons und alte Schlager präsentierte. Der Eintritt war zwar frei, aber Conferencier Michael Rassinger wies dezent immer wieder auf den guten Zweck des Konzerts hin - Spenden zugunsten der Regensburger Hilfsaktion Noma.
Noma ist eine Krankheit, die besonders in Ländern extremer Armut auftritt und vor allem Kinder befällt. Um medizinische Mittel zu beschaffen, dafür brachte das Ensemble "Melodissimo" Schlager von einst mit Nonchalance und musikalischem Schmelz zu Gehör. In einem Ambiente wie aus einem frühen Ufa-Tonfiim sangen Elisabeth Wörmann und Michaela Gumpp-Peters mit Spitzenkleid und Sonnenschirm so unvergängliche Werke wie "Im Prater blüh'n wieder die Bäume" von Robert Stolz oder Mike Wilshs Gassenhauser "Oh Champs-Elysees". Sie trällerten sich direkt in die Herzen der Hörer.
Instrumental sorgten Margot Obeser (Flöte) mit Jonny Heykens beschaulichem "Ständchen", Ralf Peters (Akkordeon) und Heiko Ladda (Kontrabaß) mit einem melancholischen Tango argentino und Bernhard Büsch mit einem feurigen Czardas für Abwechslung. In den Zugaben neckten die Sängerinnen zu Friedrich Hollaenders "Kinder, heut abend da such' ich mir was aus: einen Mann, einen richtigen Mann" das Publikum mit Opernglas und Lorgnette und sorgten mit Michael Jarys "Er heißt Waldemar" für Heiterkeit im Saal.
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