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Augsburger Allgemeine, 27.01.1999

Reise von Wien bis Budapest

Ensemble Melodissimo stellte sich im Augsburger Mozarthaus vor

(ler). Das Musikforum Mozarthaus, das regelmäßig junge Künstler vorstellt, hatte den zweiten Abend dieser neuen Reihe unter das Motto "Von Wien bis Budapest" gestellt. Diesmal standen also Wiener Lieder, ungarische Weisen und Operettenmelodien im Mittelpunkt.

Vater und Sohn Mozart hätten sicher nichts gegen das Programm einzuwenden gehabt, denn beide liebten ja mit Musik verbundene Geselligkeit. Augsburgs Musikfreunde übrigens auch, denn sie kamen in so stattlicher Zahl, daß fast die Stühle nicht ausgereicht hätten. Das junge Ensemble "Melodissimo" bestand mit diesem Konzert sehr erfolgreich seine offizielle Feuertaufe.

Mit jugendlichem Elan

Die Bezeichnung jung gilt hier in doppelter Hinsicht. Die Gruppe besteht erst seit 1997 und die Mitglieder haben erst vor mehr oder minder kurzer Zeit ihr Musikstudium abgeschlossen. Zu Gehör brachten sie mit jugendlich frischem Elan Melodien von Johann Schrammel und Johannes Brahms bis Robert Stolz, Emmerich Kálmán und Gerhard Winkler, um nur einige der aufgeführten Komponisten zu nennen. Die beiden Sopranistinnen Michaela Gumpp-Peters und Elisabeth Wörmann erwiesen sich als Sängerinnen, die mit der leichten Muse vertraut sind und sie mit Temperament zu gestalten wissen. Michaela Gumpp-Peters verfügt über einen silbrig-hellen Sopran, die Stimme von Elisabeth Wörmann wiederum ist etwas dunkler gefärbt. Die Gesangstechnik beider ist makellos.

Musik als beste Werbung

So gelangen die zahlreichen Melodien wie "Frühling in Wien" von Robert Stolz, "Jai, Mamán" und "Komm Zigany" von Kálmán so überzeugend, daß sie zur besten Werbung für Reisen nach Wien und Budapest wurde.

Nicht minder vortrefflich agierten aber auch die Instrumentalisten Ralf Peters (Akkordeon), Margot Obeser (Flöte), Jörg Lanzinger (Kontrabaß) und Bernhard Büsch (Violine). Sie waren nicht nur einfühlsame Begleiter, sondern auch virtuose Solisten, wie etwa Bernhard Büsch beim "Ungarischen Tanz Nr. 5" von Johannes Brahms.

Das Publikum im Augsburger Mozarthaus war von dem Gebotenen begeistert und erklatschte sich etliche Dreingaben. Die leichte Muse ist eben immer noch sehr gefragt.